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Persönliches

Zur Person

Matthias Quent, Dr. phil., ist Professor für Soziologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Bekannt ist er aus den Medien als Experte für Rechtsextremismus, Radikalisierung, Rassismus und Hass. 

Quent war seit 2016 Gründer und Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung. Das IDZ ist Teil des bundesweiten Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Zum 1. Februar 2022 hat Quent den Staffelstab der Leitung des IDZ an Dr. Axel Salheiser übergeben.

Matthias Quent (Bild: Sio Motion)

Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, Essays sowie Sachbücher. Sein Buch „Deutschland rechts außen – wie die Rechten nach der Macht greifen und wie wir sie stoppen können“ (Piper, 2019) stand auf der Spiegel-Bestsellerliste und wurde mit dem Preis „Das politische Buch 2020“ ausgezeichnet. Zuletzt veröffentlichte er gemeinsam mit Dr. Suzan Nobrega und Jonas Zipf den Sammelband „Rassismus. Macht Vergessen. Von München über den NSU bis Hanau: Symbolische und materielle Kämpfe entlang rechten Terrors“ (transcript, 2021). Er ist Mitherausgeber der Schriftenreihe Wissen schafft Demokratie sowie der Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung

Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte umfassen Polarisierung und Zusammenhalt, Klimarassismus und rechte Reaktionen gegen ökologische Transformation und gegen Klimagerechtigkeit. Er beschäftigt sich außerdem mit den sozialen Folgen von Digitalisierung und Mediatisierung und Möglichkeiten der Demokratisierung in sozialen Netzwerken.

Einem einer demokratischen und zivilen Gesellschaft verpflichteten Verständnis von öffentlicher Soziologie folgend, setzt sich Matthias Quent für eine breite Wissenschaftskommunikation und für faktenbasierte und wertorientierte Diskurse in der Gesellschaft ein. 

Als Berater, Gutachter, Experte und Speaker ist Quent für öffentliche und private Institutionen und Initiativen ansprechbar. 

Er war u.a. Sachverständiger für verschiedene Gremien und Untersuchungsausschüsse, z.B. in den Landtagen von Hessen und Thüringen sowie des Deutschen Bundestags, für die Stadt München und für die Justiz. Quent beriet auch den Kabinettsausschuss der Deutschen Bundesregierung zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus.

1986 geboren und aufgewachsen in Thüringen, wurde Matthias Quent bereits in seiner Jugend mit rechter Gewalt konfrontiert und setzt sich seitdem mit den Ursachen und Handlungsmöglichkeiten gegen rechts auseinander. Studiert hat Matthias Quent Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Leicester (England). Er promovierte über die Zusammenhänge und Dynamiken der individuellen, gruppalen und gesellschaftlichen Einflüsse auf die Radikalisierung des rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Die Promotion Rassismus, Radikalisierung, Rechtsterrorismus. Wie der NSU entstand und was er über die Gesellschaft verrät wurde mit dem Nachwuchspreis des Forschungsschwerpunkts Rechtsextremismus/Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf (2012) ausgezeichnet. In der Studie wurden der Rechtsterrorismus und die Radikalisierung des NSU als Formen des Vigilantismus untersucht.

2016 wurde Quent von der Stadt Jena mit dem Preis für Zivilcourage geehrt. DIE ZEIT wählte Quent 2019 zu einem der 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen.

Derzeit ist Quent u.a. Mitglied im Beirat des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit des Landes Sachsen-Anhalt, im Gesprächskreis „Digitalität und Verantwortung“ von Meta sowie im Institut für Protest- und Bewegungsforschung. Er ist außerdem Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung.